Radio Helsinki
 
Mittwoch, 23. Mai 2018

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Positionspapier

Zu Radio im Allgemeinen

Mit der letzten Novelle des Regionalradiogesetzes (RRG) reiht sich Österreich wieder in die Gruppe der Staaten ein, die auf gesetzlich verankertes nichtkommerzielles Radio verzichten. Während z.B. in der Schweiz oder in Deutschland Freie Radios eine gesetzliche Definition erfahren, blickt Österreich immer noch skeptisch auf die Absonderlichkeit des nichtkommerziellen Rundfunks herab, der seine Existenz in einem toten Winkel des RRG fristet. Tatsache ist, daß vorhandene Frequenzen zuerst auf die (ökonomisch) stärksten AntragstellerInnen aufgeteilt werden. Wo noch "Restbestände" vorhanden sind, werden diese dann eventuell - wie die sprichwörtlichen Brosamen - an nichtkommerzielle BetreiberInnen vergeben.

Selbstdefinition

Radio ist öffentlicher Raum. Öffentlicher Raum darf nicht ausschließlich von Ökonomie bestimmt werden. So wie es öffentliche Parks gibt, wo mensch sich - ohne Geld dafür zu benötigen - treffen kann, muß es Freie Radios geben. Frei ist dieses Radio, weil keine Einzelpersonen über den Programminhalt bestimmen, sondern die ProduzentInnen selbst entscheiden, worüber und wie sie ihre Sendezeit gestalten. Diese Struktur ermöglicht ein Maximum an freier Meinungsäußerung. Zwei wesentliche Grundsätze bestimmen Freies Radio: Nichtkommerzialität und Offener Zugang. Ersteres gewährleistet Unabhängigkeit in der Sendungsgestaltung. Zweiteres garantiert Meinungsvielfalt, weil prinzipielle jedeR Programm gestalten kann.

Qualität

Die jahrzehntelange quasi Monopolstellung des ORF prägte das Radioverständnis von Generationen von ÖsterreicherInnen, sodaß es heute beinahe so aussieht, als seien Hörgewohnheiten vom Himmel gefallene Gebote, an denen sich Programmgestaltung gefälligst zu orientieren habe. Freies Radio tritt an zu beweisen, daß dem nicht so ist und gutes Radioprogramm sich durch mehr als Bühnendeutsch und HörerInnenzahlenoptimierung auszeichnen kann. Unser Ziel liegt weder in der Imitation von Bestehendem noch in dessen Verbesserung. Freies Radio nimmt die Auseinandersetzung mit dem Medium auf und beschreitet, vielleicht nicht immer neue, aber zumindest andere Wege, mit dem Ziel, die HörerInnen immer wieder aufs Neue zu überraschen. Freies Radio wehrt sich mit aller Vehemenz dagegen, nach herkömmlichen Qualitätskriterien beurteilt zu werden. Der Uniformität kommerzieller Sender setzt Freies Radio Vielfalt und Differenziertheit entgegen. Der technischen Perfektion des öffentlich rechtlichen Rundfunks begegnet Freies Radio mit Authentizität.

Lokalbezug

Freies Radio wird von einer Vielzahl von Einzelpersonen und Gruppen aus dem Sendegebiet gestaltet, durch deren Beteiligung ein authentisches, für die Region typisches Programm entsteht. In den Vordergrund rücken genau die Themen, die für ProgrammacherInnen gerade von Bedeutung sind. Auf diese Weise entsteht ein Radiosender, der stets ein vielfältiges Programm zu bieten hat. Die Identifikation der HörerInnen erfolgt direkt über die ProgrammacherInnen, die, anders als in der restlichen Rundfunklandschaft keine anonymen Stars sind, sondern Menschen, die den gleichen Lebenskontext teilen.

Soziale Aspekte

Sowohl "On Air" als auch physisch ist Freies Radio ein Treffpunkt für Menschen aus verschiedensten sozialen, ökonomischen, religiösen, politischen, kulturellen, (...) Umfeldern. Alle gestalten ihr Programm für den gemeinsamen Sender. Die Organisationsstruktur bietet neben Redaktionssitzungen und Workshops auch die Möglichkeit zu informellen Treffen.

Weiterbildung

Erst wer sich selbst aktiv mit einer Sache beschäftigt, gewinnt im Laufe der Zeit einen tieferen Einblick. Durch die Gestaltung von Radiosendungen verändert sich die Wahrnehmung von Medien im Allgemeinen, da Mechanismen sichtbar, nachvollziehbar und somit durchschaubar werden. Da das Radiohandwerk leicht erlernbar ist, eröffnet sich den EinsteigerInnen sehr rasch ein weites Feld für kreative Betätigung und gestalterische Experimente im öffentlichen Raum Radio. Jenseits von wirtschaftlichen Zwängen ermöglicht Freies Radio die Auseinandersetzung mit Inhalten und Themen, die für kommerzielle RundfunkbetreiberInnen entweder uninteressant oder gar unerwünscht sind. Für die HörerInnen entsteht dadurch eine breite Vielfalt an Themen, Inhalten und gestalterischen Zugängen, die quotenabhängige Medien nicht bieten können.

Freude

Zu allerletzt macht aber Freies Radio Freude, ob ich es nun selber gestalte oder konsumiere. Ich lese heute nicht und setze mich auch nicht vor den Fernseher. Stattdessen gehe ich Radio machen, setze mich mit einer Idee auseinander, überlege mir, wie ich mein Thema am besten vermitteln kann, gestalte mein Programm. Da passiert Kreativität und Spontanität, das spüren auch die HörenInnen.

Oder ... heute laß ich mich überraschen und dreh einfach mein Radio auf ...

· Zu Radio im Allgemeinen
· Selbstdefinition
· Qualität
· Lokalbezug
· Soziale Aspekte
· Weiterbildung
· Freude